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©Image: TCS Ambulance

03 April 2026

TCS Ambulance Jetzt auch im Sensebezirk

Im Jahr 2025 setzte die TCS Ambulance AG ihr Wachstum fort, unter anderem durch die Integration in das Unternehmen Ambulanz und Rettungsdienst Sense in Wünnewil.

Welche Rolle möchte der TCS  in der Gesundheitslandschaft spielen?
Philippe Klaus: Wir sind eine Organisation, die ihren Mitgliedern durchschnittlich allen 70 Sekunden zur Seite steht, sei dies im Bereich der Pannenhilfe, mit Beratungen oder durch die medizinische Hilfe für unsere Mitglieder im Ausland. Sie bedeutet auch eine Rückkehr zu den Wurzeln, denn der TCS war bereit in den 1950er-Jahren im Krankentransport tätig. Es ist daher nur logisch, dass wir beschlossen haben, unsere eigenen Ambulanz- und Rettungsdienste zu entwickeln. Wir stehen im Dienst der Schweizer Bevölkerung und nicht nur unserer Mitglieder. Unser Ambulanzdienst reagiert bereits heute wie jedes andere Unternehmen auf Notrufe unter der Nummer 144. In der Schweiz gibt es heute rund 270 Spitäler. In 10, 20 oder 30 Jahren könnte diese Zahl zugunsten von spezialisierteren Einrichtungen sinken. Das bedeutet, dass Patientinnen und Patienten zu den Einrichtungen transportiert werden müssen, die für ihre Versorgung am besten geeignet sind. Vor diesem Hintergrund wird der Patiententransport neben der Rettung zu einer wichtigen Säule des Gesundheitssystems werden. 

Der Transport und die Rettung von Patientinnen und Patienten sind im KVG geregelt. Es sieht 500 Franken für den Transport und 5000 Franken für die Rettung (wenn das Leben einer Person in Gefahr ist) vor. Diese 1996 festgelegten Tarife reichen zur Deckung der tatsächlichen Kosten nicht aus. Der TCS hat sich deshalb entschieden, ein zusätzliches Produkt einzuführen, den Notfall-Schutz-brief, der die Mehrkosten abdeckt.

Wie ist Ihr Ambulanzdienst heute in das Freiburger Notfalldispositiv integriert?
Philipp Boschung: Unser Unternehmen wurde 1970 gegründet. Es ist ein Familienunternehmen. Wir sind zwar eine private Firma, aber unsere Tätigkeit unterscheidet sich nicht von der der öffentlichen Dienste: Wir erbringen die gleichen Leistungen und erfüllen die gleichen Qualitätsanforderungen. Wie die anderen Dienste sind wir über die Notrufnummer 144 erreichbar. Wir sind von den Gemeinden des Bezirks beauftragt, die Region Sense abzudecken. 

Herr Klaus, welche Bedeutung hat die Übernahme des Unternehmens für Sie?
Einerseits fungiert der Kanton Freiburg als Schnittstelle zwischen der Deutschschweiz und der Westschweiz. Es war daher wichtig, die bis anhin bestehende Lücke zwischen den Kantonen Waadt und Bern, wo wir bereits aktiv sind, zu schliessen. Ich muss auch sagen, dass wir mit Ambulanz Sense ein Unternehmen gefunden haben, das unsere Vision und unsere Werte teilt. Die Vielseitigkeit dieses Unternehmens spielte ebenfalls eine entscheidende Rolle: Es ist insbesondere im Bereich des Patiententransports sehr gut aufgestellt. Die im Sense- und Seebezirk entwickelte Dienstleistung Mobilo 2+ deckt die gesamte Kantonsfläche ab und bedient das HFR sowie die psychiatrischen Dienste des Kantons. 

Philipp Boschung: Wir haben Mobilo 2+ während der Covid-Epidemie in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst des Seebezirks lanciert. Die Rettungsdienste des Kantons haben uns bei der Einführung dieses Angebots unterstützt. Philippe Klaus: Es handelt sich in der Tat um ein wirklich innovatives Modell. In der Deutschschweiz ist es bereits bekannt und teilweise eingeführt. In der Westschweiz beginnt man dagegen erst mit seiner Entwicklung, mitunter mit etwas anderen Ansätzen. Aber für uns ist es das Modell der Zukunft. Im Kanton funktioniert es bereits gut. Die gesammelten Erfahrungen, sei es in der Logistik, in Bezug auf die Fahrzeuge oder die Ausbildung des Personals, sind sehr wertvoll. Es ist darauf hinzuweisen, dass diese Personentransporte nicht von Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitätern, sondern von Transportsanitäterinnen und Transportsanitätern durchgeführt werden. All dies ermöglicht es uns, Knowhow zu erwerben, das wir dann weitergeben und in anderen Kantonen integrieren können.

Herr Boschung, welche Vorteile hat der Zusammenschluss mit dem TCS für Sie?
Philipp Boschung:
Wir stellen seit mehreren Jahren fest, dass die Nachfrage nach Patiententransporten steigt. Durch den Beitritt zum Netzwerk des TCS werden unsere Dienstleistungen auf ein grösseres Netzwerk ausgeweitet. Der TCS ist ein starker Partner, der uns bei unseren Projekten unterstützt und uns ermöglicht, diese schneller umzusetzen. Wir blicken der Zukunft gelassener entgegen. Es ist einfacher, weiterzumachen, und wir sehen einen grossen Vorteil darin, Teil des TCS zu sein. Auch das Benchmarking ist für uns wichtig. Durch den Austausch mit anderen Unternehmen der Gruppe in anderen Kantonen können wir uns messen und daraus lernen.

Was sind die Herausforderungen in den kommenden Jahren?
Philippe Klaus:
Einerseits geht es darum, den aktuellen Status quo weiterzuentwickeln und eine nationale Abdeckung zu erreichen, die unser oberstes Ziel ist, und zwar sowohl mit öffentlichen als auch mit privaten Partnern. Aber es gibt auch echte Knackpunkte. Die Digitalisierung hat erhebliche Auswirkungen auf den Rettungsdienst. Gleiches gilt für den Personalmangel: Der Beruf des Rettungssanitäters ist sehr anspruchsvoll. Viele verlassen nach rund sieben Jahren den Beruf, um sich neu zu orientieren. Darunter leidet der gesamte Gesundheitssektor. Betrachtet man die demografische Entwicklung, dann ist klar, dass die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen weiter zunehmen wird. Wir müssen Lösungen finden, damit die Fachleute dem Gesundheitssystem erhalten bleiben. Wir müssen bereit sein für 2030, 2035.

Philipp Boschung: Wir stellen fest, dass es eine echte Herausforderung ist, Personal zu halten und zu finden. Der Patiententransport ist gewissermassen ein Einstieg: Er ermöglicht es, Personal in den Techniken des Krankentransports auszubilden und dann Freiwillige für die Rekrutierung und Ausbildung künftiger Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter zu finden und zu binden. Wir möchten dieses Know-how langfristig sichern, um die Kontinuität und die Qualität der Versorgung in Zukunft gewährleisten zu können.

TCS Ambulance, ein wichtiger Akteur

2025 wurden rund 45’000 Einsätze von 23 Stützpunkten in neun Kantonen erbracht.

TCS Ambulance setzte seine Wachstumsstrategie mit der Übernahme des Rettungsdienstes Sense fort. Zudem wurde in der Stadt Bern ein neuer Stützpunkt in Betrieb genommen. Knapp fünf Jahre nach der Gründung von TCS Ambulance in Genf ist die Tochtergesellschaft des Touring Club Schweiz mit sieben Gesellschaften zur grössten nationalen, terrestrischen Organisation im Bereich Notfallrettung und Krankentransport geworden. Sie ist in neun Kantonen präsent – Aargau, Basel-Landschaft, Bern, Luzern, Zug, Zürich, Waadt und Genf sowie Freiburg. «Die Kombination von Unternehmensübernahmen und dem Abschluss neuer Partnerschaften als Ergänzung zu den bestehenden Gesellschaften bildet die Grundlage unseres nachhaltigen Wachstums», kommentiert Philippe Klaus, CEO von TCS Ambulance.

2025 wurden rund 45’000 Einsätze mit 57 Ambulanzen geleistet. Dazu zählen etwas mehr als 15’000 Notfalltransporte über die Notrufnummer 144 sowie 28’000 Patiententransporte. Letztere sind in der Regel planbare Verlegungen stabiler Patientinnen oder Patienten, etwa in Rehabilitationszentren oder Pflegeheime, mit geringem Risiko einer gesundheitlichen Verschlechterung. TCS Ambulance beschäftigt 400 Mitarbeitende. Bei der Organisation werden auch Rettungssanitäter und Transportsanitäter ausgebildet.

Rund 1’200 Einsätze wurden von TCS Ambulance im Zusammenhang mit Repatriierungen nach einem medizinischen Notfall im Ausland durchgeführt. Dabei handelt es sich einerseits um die Entgegennahme von Patientinnen und Patienten am Flughafen für den Transport in ein Spital; andererseits werden Rückführungen auch direkt aus dem Ausland, etwa aus Frankreich oder Italien, per Ambulanz durchgeführt. Diese Einsätze werden für verschiedene Auftraggeber, darunter auch die Rega, erbracht. Ein weiterer Teil der Einsätze von TCS Ambulance betrifft die sanitätsdienstliche Betreuung von Anlässen.

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