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25 April 2017

Umfahrungsstrassen, wohin man auch schaut!

Der Staatsrat hat dem Grossen Rat einen Dekretsentwurf über einen Verpflichtungskredit für Studien und Landerwerb für fünf Umfahrungsstrassen in der Höhe von insgesamt 26 Millionen Franken unterbreitet.

Die Grossrätinnen und Grossräte haben sogar noch eins draufgesetzt und 2 Strassen für die Umfahrung von Givisiez und Kerzers hinzugefügt. Die vom Freiburger Parlament abgesegnete Schlussrechnung beläuft sich demnach auf 34,7 Millionen Franken. Ist dies wirklich ein Grund zur Freude?

Dem TCS Freiburg sind die Strassenverkehrsinfrastrukturen des Kantons seit langem ein Anliegen und zwar in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht. 2013 hat der TCS übrigens einen umfassenden Bericht über die Mobilität in Freiburg erarbeitet und veröffentlicht. In diesem wurde eine gewisse Zahl von Vorschlägen aufgelistet, wie die Engpässe und die Belastungen im Zusammenhang mit einer massiven Entwicklung des motorisierten Verkehrs in unserem Kanton reduziert werden könnten. Einige der von der Freiburger Regierung geplanten Umfahrungen erscheinen auch im Mobilitätsbericht des TCS. Wir freuen uns daher, dass der Staatsrat erkannt hat, dass das Freiburger Strassenverkehrsnetz an die Entwicklung der Bevölkerung angepasst werden muss. Dennoch muss dieser Optimismus ein wenig gedämpft werden, da es ein Irrtum wäre zu glauben, dass eine Flut von Umfahrungsstrassen alleine die Verkehrsüberlastungen regulieren könnte, welche die Nerven der Freiburger Autofahrer erheblich strapazieren.

Abschliessend ist zu sagen, dass der TCS diese neuen, vom Freiburger Parlament bewilligten Investitionen begrüsst, sofern sie sich nicht ausschliesslich auf Strassen zur Umfahrung von Dörfern beschränken. Ich denke hier an die Projekte zum Anschluss an die A12 von Matran und Villars-sur-Glâne, für die das Bundesamt für Strassen zuständig ist. Zudem sind auch andere Lösungsansätze zu prüfen. Im Wissen, dass die Pendler-Fahrzeuge durchschnittlich nur mit 1,12 Personen besetzt sind, sollten Anreizmassnahmen zur Förderung von Fahrgemeinschaften untersucht und entwickelt werden. Das gleiche gilt für das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln, das ausgebaut werden muss, damit die Autofahrer ihr Auto zuhause lassen können. Natürlich ist dies nicht einfach und das fixfertige Wundermittel gibt es nicht.

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