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03 Juli 2026

Autonome Mobilität: Die HTA-FR trägt zur Marktleaderposition bei 

Innovation ist das Herzstück der Mobilität.

Innovation ist im Bereich Mobilität äusserst wichtig und gehört auch beim TCS zu den Prioritäten, um es den Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen, weiterhin mobil bleiben zu können. Vor diesem Hintergrund verfolgt der TCS die Entwicklung der in Freiburg durchgeführten Forschungsprojekte aufmerksam.

Zur Förderung der Innovation im Bereich der Mobilität schreibt das Bundesamt für Strassen (ASTRA) im Rahmen seines Projekts MB4 – Mobilität 4.0 Forschungsprojekte aus. Das Institut iSiS der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg führte in diesem Rahmen zwei Projekte durch.
Das erste Projekt unter der Leitung von Roland Scherwey befasst sich mit den Mindestanforderungen für die Inverkehrsetzung von automatisierten Fahrzeugen auf Schweizer Strassen. Es erfolgt im Rahmen der Verordnung über das automatisierte Fahren vom 13. Dezember 2024 und konzentriert sich auf den vom ASTRA identifizierten dritten Anwendungsfall: Fahrzeuge ohne Fahrer an Bord. "In einem solchen Fall ist eine menschliche Überwachung unverzichtbar. Das Fahrzeug muss in der Lage sein, den Datenaustausch zu begrenzen und gleichzeitig bei einer ungewöhnlichen Situation unverzüglich einen Operator zu alarmieren", erklärt Roland Scherwey. Wenn dies nicht autonom gehandhabt werden kann, muss in einem zuvor definierten Bereich ein Stopp im Sicherheitsmodus (Minimal Risk Condition) ausgelöst werden.

Der Operator, der sich in einer Telefonzentrale befindet, kann das Fahrzeug dann unterstützen oder die Steuerung aus der Ferne übernehmen. "Diese Konfiguration erfordert ein kohärentes Ganzes von technischen Daten", meint Roland Scherwey, "für das Fahrzeug, die Kommunikation, die Überwachungsstationen und die involvierten menschlichen Kompetenzen." Im Rahmen des Projekts konnten die 247 wichtigsten Anforderungen – u.a. Verkehrssicherheit, kritische Szenarien und Cybersicherheit – identifiziert und durch eine Reihe experimenteller Tests validiert werden. Das Projekt stützte sich auf eine Zusammenarbeit zwischen ROSAS (ein Kompetenzzentrum der HTA-FR), der Berner Fachhochschule (BFH), dem Dynamic Test Center (DTC) für die Tests sowie CertX und dem Cybersicherheitsspezialisten Eraneos. Dieses Netzwerk wird durch Loxo, ein Spin-off von ROSAS – vervollständigt. Zusammen bilden sie ein kohärentes Ökosystem, das rund um die HTA-FR und ihre Partner entstanden und aufgebaut ist. "Auf der Schweizer Landkarte der Forschung im Bereich der autonomen Fahrzeuge sieht man, dass viele Projekte in der Region Freiburg entstanden sind und weitere in Genf und Bern, an denen wir ebenfalls beteiligt sind. Sie decken alle Arten von Fahrzeugen und Bereichen ab, vom Gütertransport über automatisierte Busse bis hin zur Fernsteuerung und Infrastruktur", sagt Roland Scherwey. 

Das zweite Projekt unter der Leitung von Professor Michael Mäder untersucht in Zusammenarbeit mit CertX und ROSAS einen weiteren Aspekt der automatisierten Mobilität: die Cybersicherheit der Strasseninfrastruktur. Michael Mäder erklärt: "Es geht darum, die Machbarkeit und Inbetriebnahme eines Security Operation Center (SOC) zu untersuchen, das sich mit den ortsfesten Einrichtungen des Schweizer Netzes wie Ampeln, Sensoren und Managementsystemen befasst – ein Umfeld, in dem IT, OT und industrielle Technologien aufeinandertreffen. Ein Teil dieser Anlagen basiert noch auf veralteten Lösungen, die oft kaum darauf ausgelegt sind, verwertbare Sicherheitsdaten zu liefern."

Für den Forscher ist ein SOC nicht nur ein simples technologisches Dispositiv: Es beruht auf Prozessen, spezialisierten Werkzeugen, menschlichen Kompetenzen, Governance-Mechanismen und gesetzlichen Vorschriften, insbesondere die vom Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) eingeführte Meldepflicht. Das Team analysierte mehrere mögliche Implementierungsmodelle – national, kantonal, ausgelagert, intern oder hybrid –, indem es die Vorgehensweisen in anderen kritischen Sektoren untersuchte und Gespräche mit Organisationen führte, die bereits sensible Infrastrukturen verwalten.
"Die im Rahmen des Projekts durchgeführte und auf mehreren Kriterien beruhende Analyse empfiehlt ein zentralisiertes SOC, das auf einem hybriden Governance-Modell basiert", erklärt Michael Mäder. "Eine schrittweise Umsetzung würde es ermöglichen, innerhalb von 18 Monaten eine erste Einsatzfähigkeit zu erreichen, während die vollständige Einführung mindestens 36 Monate und ein Budget von mehreren Millionen Franken erfordern würde." Dieses SOC würde eine kontinuierliche Überwachung und eine koordinierte Reaktion auf Cyberbedrohungen gewährleisten – unverzichtbare Voraussetzungen für den Schutz einer Infrastruktur sogenannter Cooperative Intelligent Transport Systems (C-ITS), die mittlerweile als kritisch eingestuft wird.

Die Schweiz positioniert sich klar als attraktives Testgebiet für die autonome Mobilität. Dank ihres systematischen Ansatzes, ihres strukturierten Rechtsrahmens und der Qualität ihrer wissenschaftlichen Partner zieht das Land auch internationale Akteure, insbesondere aus Asien, an, die ihre Tests in einer zuverlässigen Umgebung durchführen möchten.

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