Die Zahl der Elektro- und Hybridautos auf den Schweizer Strassen nimmt stetig zu. Es bedarf jedoch noch weiterer Anstrengungen, um die Ziele des Bundes zu erreichen.
Zwischen 2000 und 2025 ist der Bestand an motorisierten Strassenfahrzeugen (ohne Motorfahrräder) in der Schweiz um 43% auf 6,6 Millionen Fahrzeuge gestiegen. Rund drei Viertel davon sind Personenwagen, darunter ein wachsender Anteil an Elektro- oder Hybridautos. Im September 2025 waren fast 252’000 reine Elektroautos zugelassen, dies entspricht 5,2 % der Personenwagen. Zum gleichen Zeitpunkt gab es etwas mehr als 573’000 Hybridfahrzeuge mit Benzin-Elektro-, Diesel-Elektro- und Plug-in-Antrieb.
Der Bund setzt sich im Rahmen seiner Politik im Bereich Energie und Verringerung des CO₂-Ausstosses über das ASTRA dafür ein, dass die Fahrzeuge auf den Schweizer Strassen energieeffizienter werden. In der Schweiz macht der Verkehrssektor über ein Drittel des gesamten Energieverbrauchst aus und beinahe 72 % des CO₂-Ausstosses sind auf den Personenverkehr (Personenwagen) zurückzuführen. Das Energieeffizienzpotenzial im Bereich der individuellen Mobilität ist demzufolge beträchtlich. Gemäss Bund sollten Elektrofahrzeuge einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung des CO₂-Ausstosses und damit zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele des Bundes leisten. Aus diesem Grund fördert das ASTRA diese Art des Antriebs mit der Entwicklung eines Netzes von Schnellladestationen entlang der Nationalstrassen.
Das Engagement des ASTRA zugunsten der Elektromobilität wurde 2018 durch die Unterzeichnung der Roadmap Elektromobilität 2022 deutlich. Das Ziel dieser Roadmap bestand darin, den Anteil der Elektrofahrzeuge (reine Elektroautos und Plug-in-Hybride) an den Neuzulassungen bis 2022 auf 15 % zu erhöhen. Dieses Ziel wurde bereits 2021 erreicht und es wurde eine neue Roadmap Elektromobilität 2025 mit ehrgeizigeren Zielen ausgearbeitet. Sie sieht unter anderem vor, den Anteil der Elektrofahrzeuge an den Neuzulassungen bis 2025 auf 50 % zu steigern.
Ein realer Zuwachs
Im Oktober 2025 stellte autoschweiz fest: "Zwei von drei neuen Personenwagen verfügen inzwischen über mindestens Hybridantrieb, doch das Ziel der Roadmap Elektromobilität des Bundes – 50 Prozent Steckerfahrzeuge im Jahr 2025 – bleibt ausser Reichweite."
In der Pressemitteilung von autoschweiz ist weiter zu lesen: "Nur noch jedes dritte Neufahrzeug fährt ausschliesslich mit einem Benzin- oder Dieselmotor. Damit verfügen inzwischen zwei von drei Neuzulassungen entweder über einen Hybridantrieb oder einen reinelektrischen Antrieb. Plug-in-Hybride (PHEV), die neben einem Verbrennungsmotor auch über einen batteriegestützten Elektroantrieb und eine Auflademöglichkeit über das Stromnetz verfügen, machten in den ersten drei Quartalen 11,0 Prozent der Neuimmatrikulationen aus (Vorjahr: 8,6%). Die Nachfrage nach reinelektrischen Fahrzeugen (BEV) stieg in den ersten drei Quartalen um 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der BEV-Marktanteil kletterte auf 21,1 Prozent. Der Anteil der Steckerfahrzeuge erreichte damit in den ersten neun Monaten des Jahres 32,1 Prozent oder knapp ein Drittel."
Der TCS fördert und beobachtet
Der TCS befürwortet die Elektrifizierung des Fahrzeugbestands uneingeschränkt, verfolgt jedoch aufmerksam die Bedingungen zur deren Förderung und ihre Auswirkungen auf die Finanzierung der Infrastruktur. Er ist insbesondere der Meinung, dass es Sache der Konsumentinnen und Konsumenten ist, zu entscheiden, welcher Fahrzeugtyp ihrer persönlichen Situation am besten entspricht. «Die Aufgabe der Behörden besteht darin, attraktive Rahmenbedingungen für emissionsfreie Fahrzeuge – insbesondere Elektroautos – zu schaffen. Elektromobilität ist kein Selbstzweck: Sie trägt dazu bei, die vom Volk verabschiedeten Klimaziele im Verkehrsbereich zu erreichen und gleichzeitig sicherzustellen, dass sich jeder weiterhin frei fortbewegen kann", meint Laurent Pignot, Mediensprecher des TCS für die Westschweiz. Der TCS plädiert zur Förderung der Elektromobilität für Anreize statt Verbote, beispielsweise für die Schaffung einer Basis-Ladeinfrastruktur. Mehrere Umfragen zeigen nämlich, dass die Möglichkeit zum Aufladen ein entscheidendes Kriterium für den Kauf eines Elektrofahrzeugs ist. In Mehrfamilienhäusern sind die Hindernisse für die Schaffung einer gemeinsamen Ladeinfrastruktur jedoch nach wie vor gross. Der TCS unterstützt private Initiativen und Engagements in diesem Bereich und beteiligt sich aktiv an der Roadmap Elektromobilität.
Der TCS verfolgt auch die Gesetzesänderungen im Zusammenhang mit der Elektromobilität mit Interesse. "Der Bundesrat hat angekündigt, im Sommer 2026 mit dem Vernehmlassungsverfahren zum CO₂-Gesetz zu beginnen", erklärt Laurent Pignot. "Die Revision wird konkrete Massnahmen enthalten, um das Netto-Null-Ziel bis 2050 zu erreichen. Der TCS wird den Massnahmen im Bereich Mobilität und Ladeinfrastruktur besondere Aufmerksamkeit schenken, insbesondere zwei Aspekten: einerseits der gesicherten Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur und andererseits den klimapolitischen Zielen. Die Nationalstrassen und die Bundesbeiträge an die kantonale Infrastruktur werden durch Strassenabgaben (Treibstoffsteuern, Autobahnvignette usw.) finanziert. Die wichtigste Einnahmequelle sind nach wie vor die Treibstoffsteuern (Mineralölsteuer und Mineralölsteuerzuschlag). Derzeit gibt es kein entsprechendes Pendant für Elektrofahrzeuge. Mit zunehmender Elektromobilität werden die Einnahmen aus den Treibstoffsteuern zurückgehen, was auch Auswirkungen auf die Mittel hat, die für Strassen zur Verfügung stehen – nicht nur für den Ausbau, sondern auch für den Unterhalt. Gleichzeitig muss vermieden werden, dass der Umstieg zu Elektrofahrzeugen zu einer zusätzlichen Steuerbelastung führt, die die Klimaziele gefährden würde. Mit anderen Worten: Es gilt, einen Ausgleich zwischen mehreren verkehrspolitischen Prioritäten zu finden."