Seit 2021 dürfen 16-Jährige in der Schweiz direkt in die 125er-Motorradkategorie einsteigen, zudem ist seit 2021 das Lenken eines Motorrads mit 50 cm³ schon ab 15 Jahren erlaubt. Der frühere Einstieg in die motorisierte Mobilität lässt die Zahl der Unfälle, die durch Jugendliche verursacht werden, in die Höhe schnellen: "Unfälle passieren vor allem in den ersten fünf Monaten nach Erwerb des Führerausweises, aufgrund mangelnder Erfahrung und risikofreudigem Verhalten", sagt Olivier Python, Chef der Abteilung Analyse, Prävention und Verkehrserziehung der Kantonspolizei Freiburg. Dabei betrifft es vor allem die 16- und 17-Jährigen auf ihren 125ern. Unzureichende Erfahrung, Selbstüberschätzung und inadäquate Ausrüstung ergeben eine explosive Mischung.
Dies hat die Kantonspolizei Freiburg dazu bewegt, eine Präventionsaktion ins Leben zu rufen, bei der auch das Amt für Strassenverkehr OCN mitmacht sowie Notfalldienste und spezialisierte Instruktionspersonen – unter anderen der ehemalige Motorradrennfahrer Bernard Haenggeli. Die Sensibilisierungsabende setzen sich zusammen aus einem Praxis- und einem Theorieteil. Während die eine Gruppe auf der Fahrbahn an den Basisfertigkeiten und -kenntnissen feilt – Blickführung, Bremsen, Vorausschauen, Vortrittsregeln –, führt die andere Gruppe Gespräche mit Polizistinnen, Sanitätern sowie Vertreterinnen des OCN. Dabei werden die jungen Erwachsenen ganz konkret mit den körperlichen, sozialen und strafrechtlichen Folgen von Unfällen konfrontiert. Die Zeugenaussagen und Bilder lassen einige von ihnen nicht mehr los.
Die Ansage ist klar: sich schulen, sich ausrüsten und sich der eigenen Grenzen bewusst sein. Das Motorradfahren kann durchaus eine Leidenschaft sein, aber es verlangt Demut und Vorsicht … und gute Reflexe.